Hostaria Fratelli am Wiener Platz. Kulinarische Überraschung

Hostaria Fratelli am Wiener Platz. Kulinarische Überraschung

Jean Michel Turin, seit 1980 sternedekorierter Chef des Restaurants „Chateau de Vauchoux“ in Port-sur-Saone präsentierte in der Hostaria Fratelli gleich zwei internationale Gourmetprodukte der französischen Küche: Trüffel und Foie gras. Damit will die Hosteria noch bis 12. April Feinschmecker anlocken. 

Autor Rudolf Danner, Fotos Foodhunter

 

Im Italienischen Restaurant der Brüder Rocco und Luigi erfährt die Melanosporum zum Ende der Wintertrüffelsaison ein furioses Finale in einer gelungenen Liaison mit der Foie Gras. Auch die teilweise biologischen Trüffelprodukte von Piero Cardone, Repräsentant der Firma Acqualagna Tartufi finden Eingang in Monsieur Turins Kreationen. Auf ein Steinpilzcremesüppchen mit creme fraiche und Trüffelraspeln on top folgte ein flüssiges-Ei mit Trüffeljus emulgiert und Perigord Deckel.

Fratelli, Foodhunter

Dann bekam die Foie Gras ihren Tapa Auftritt: dicke Scheibchen, natur, aromatisiert oder getrüffelt deckelten Anisbrote und Brioche und vermählten sich mit dem gehobelten schwarzen Diamanten zu einem wahren Gaumengenuss. Weinimport Herbig sorgte für korrespondierende Weine, von denen der sizilianische Weißwein vom Ätna mit der Chardonnay-und der autochtonen säurebetonten Carricante Traube besondere Charakterstärke und auch Erinnerungspotential besaß.

Fratelli, Foodhunter

Jean Michel Turin bekochte drei französische Staatspräsidenten. Wollen sie sich wie Giscard, Mitterand und Chirac fühlen? Noch bis 12. April werden bei den Brüdern Gruosso spezielle Trüffelgerichte angeboten, aber auch danach lohnt sich ein Besuch in der Hosteria am Wiener Platz im Herzen Münchens.

Hostaria Fratelli
Steinstraße 9
81667 München

www.hostaria-fratelli.de

Fratelli Muenchen, Foodhunter

 

GUT ZU WISSEN

  • Nicht nur in der gehobenen Gastronomie findet die fette Leber von Ente und Gans ihre Liebhaber, auch wenn Tierschützer den etwa 30.000 in der „Stopfleberindustrie“ Beschäftigten (Elsass und Perigord) am liebsten die Hälse umdrehen würden.
  • Humanere Methoden wie Softfütterung per Hand mit Halsstreicheleinheiten bringen vermeintlich weniger Leid, aber auch geringeres Lebergewicht (ca.600 statt 1000 Gramm) und vor allem noch höhere Preise.
  • Völlig unproblematisch scheint der „Schwarze Diamant der Küche“, die Tuber Melanosporum, die Perigordtrüffel. Zwar kann gerade noch die Hälfte des jährlichen Bedarfs von ca.150 Tonnen in Frankreich von der Region Perigord abgedeckt werden, doch z.B. spanische vor Jahren natürlich angelegte Trüffelhaine im Baskenland und bei Tarragona stehen  mit genetisch und qualitätsmäßig identischer Ware als Zulieferer bereit.
  • Vom römischen Schriftsteller Plinius als Geschwulst der Erde bezeichnet, vom ersten Kochbuchautor Aspicius in De re culinaria mit Fischsauce zubereitet, erhielt der Gourmetstar von dem Komponisten Rossini den Beinamen „Mozart unter den Pilzen“. Vermutlich hätte er die Tuber Magnatum Pico, die Weiße Alba Trüffel mit Ludwig van Beethoven verglichen.