Taste of London – Restaurant-Festival

Taste of London - Restaurant-Festival

Fürstliches Essen im königlichen Regent’s Park bei Kaiserwetter lautet der Twitter-Eintrag in meinem Tagebuch. Es war ein aufregender Freitagabend bei „Taste of London“ mit dem Duft der großen, weiten Welt in der Nase. London, wie schmeckt es? International.

 

Autor Carola Kühnl, Fotos Carola Kühnl

 

London ist japanisch, peruanisch, spanisch, französisch, italienisch… All das schmeckte meine Zunge. Vor meinen Augen lachende Menschen und an meinem Ohr relaxte Klänge. Taste of London, eines der größten Restaurant-Festivals weltweit, das zweimal jährlich stattfindet.

Taste of London,

 

Gigs an Streetfood drehen sich wie ein Karrusell durch die ganze Stadt. Dass aber Chefs mit großen Hauben persönlich die Tickets abreißen und am Pass bei der Essensausgabe stehen, macht „Taste of London“ so besonders. Zur Sommerveranstaltung stellten sich neue pop-up Restaurants vor, man bekam den Nachwuchs der Sternegastronomen zu Gesicht und konnte weltbekannten Küchenchefs auf die Finger schauen.

Am Herd stand Monica Galetti und ich saß ziemlich weit vorne in der Reihe beim Geschmackstheater.

Zubereitet wurde Ceviche, roher Fisch mariniert auf neuseeländische Art. Ursprünglich ist Cevice ein peruanisches Gericht, doch die in Samoan geborene Monica hielt es für angemessen, den Fisch in Kokosmilch zu tauchen. Ihre Demonstration und Moderation war eine sehr unterhaltsame, ich hatte richtig Spaß. Sie ist bekannt als der Kopf der Küche im „Le Gavroche Restaurant“ von Michel Roux Jr in London, im Fernsehen sowie als Autorin von Monicas Küche. Sie war einer der ersten Frauen, die nicht nur anständig Babybrei für ihre Tochter, sondern auch richtig gut Fleisch und Fisch zubereiten konnte. Monica und ihr Chef Michel Roux JR haben mehr als 10 Jahre gut zusammen gearbeitet. Derzeit sucht sie nach einer Lokalität für ihr eigenes Restaurant. Nächstes Jahr will sie eröffnen.

Taste of London

Auch Michel Roux JR läuft mir über den Weg, eine Traube Menschen um ihn. Ein klassisch französischer Kochstil mit modernem Touch ist sein Markenzeichen. Roux betreibt in London 3 exzellente Restaurants, darunter auch das „Roux at The Landau“.

Meist geschätzt in Großbritannien wird Marcus Wareing, der an dem Abend mehr den Stift zur Autogrammvergabe in der Hand hielt als den Kochlöffel. Geboren in Southport, Merseyside, als Sohn eines Obst- und Gemüsehändler begann Marcus seine Karriere im zarten Alter von 18 Jahren. Er hat unglaubliches Talent und holte sich schon nach 7 Jahren Küche den ersten Michelin-Stern. Nur wenigen ist das bisher gelungen. Den zweiten gab es im Jahr 2008 mit „Marcus at The Berkeley“. Meinen Favorit am Sternenhimmel,

Taste of London, foodhunter

Die elf großen Gärten von „Le Manoir“ sind der Neid der Botaniker weltweit

Raymond Blanc, treffe ich an diesem Wochenende leider nicht. Er kochte bei der Eröffnung. Keine seiner TV-Folgen „The Very Hungry Frenchman“ habe ich auf der BBC verpasst. In Mutters Schoß ist Raymond mit frischen, regionalen und saisonalen Produkten großgezogen worden. Gesunde Mahlzeiten mit Liebe gekocht prägten seine Kindheit und somit sein Leben. Als Jugendlicher ist er kellnern gegangen und musste bei einem Notfall in der Küche einspringen, das Sprungbrett in seine brillante Karriere. Aus dem Kellner von nebenan ist ein international aText hereTesting tooltipnerkannter, äußerst beliebter Sternkoch geworden, der mittlerweile 20 Restaurants in ganz England betreibt. Raymond ist Eigentümer von „Le Manoir“ (Hotel, Restaurant und Kochschule in Oxford), das einzige Haus in ganz UK, dem es gelang, über 30 Jahre lang zwei Sterne zu halten. Die elf großen Gärten von „Le Manoir“ sind der Neid der Botaniker weltweit. Im Jahr 2008 wurde Raymond der Orden of the British Empire von Ihrer Majestät der Königin verliehen, in Anerkennung seiner Verdienste im Bereich gesunder Ernährung und Förderung kulinarischer Spitzenleistungen.

Die Digbys gehen langfristige Beziehungen mit den besten Weingütern Südenglands ein

Auf der Suche nach einer kühlen Erfrischung treffe ich auf Rose brut 2009 von Digby. Ein bemerkenswertes Cuvee an Sparkling-Wine aus Pinot Noir und Chardonnay Trauben. Der raffinierte Schaumwein hat Charakter und einen vollem Körper, der mit frischen Rosen- und Erdbeerenaromen überzeugt. Das Beste an rosefarbener Brause, was mir bisher in London eingeschenkt wurde. Beim nächsten Picknick steht der sicher auf meiner Decke oder vielleicht schon morgen Nachmittag auf dem Tisch. Man hat ja nicht immer Lust auf Tee. Die Digbys gehen langfristige Beziehungen mit den besten Weingütern Südenglands ein (in der Regel Kent, Sussex und Hampshire), um eine Versorgung mit hochwertigen Qualitätsbeeren zu gewährleisten. Der Fokus liegt auf Pinot Noir, Pinot Meunier und Chardonnay.

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Gringa Dairy stellt in South East London authentisch mexikanischen Käse aus Biomilch her.

Nach so viel Blubber in meinem Bauch, brauche ich dringend eine feste Grundlage. Queso Oaxaca bringt mich wieder in Balance, ein mexikanischer Rohmilchkäse. Er schmeckt etwas buttriger als Mozzarella, wird aber ähnlich hergestellt. Die quarkartige Käsemasse wird geknetet, zu langen Seilen geformt und einer Kugel gedreht. Italienische Einwanderer brachten einst den Käse mit nach Mexiko, man passte die Rezeptur dem Land an und der Queso Oaxace entstand. Die handwerkliche Käserei Gringa Dairy stellt in South East London authentisch mexikanischen Käse aus Biomilch her. Lieferant ist eine Farm aus Kent und verwendet wird ausschließlich die Morgenmilch. Neben Quesco Oaxaca gibt es noch Queso Fresco und Queso Chihuahua. Für den Oaxaca gab es 2013 beim britischen Cheese Award Silber und 2014 beim internationalen Cheese Award die Medaille in Bronze. Taste of London, ich kann Dich gut riechen und komme sicher wieder. Das Erlebte muss ich jetzt erstmal verdauen.

http://london.tastefestivals.com

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