Finger weg von Kaviar aus China!

Finger weg von Kaviar aus China!

Zuchtkaviar ist inzwischen die einzige Möglichkeit, um an die begehrten Fischeier zu kommen. Die Unterschiede gewaltig, denn Zucht ist nicht gleich Zucht. Rund 40 Farmen gibt es in Europa, doch 60 % des Zuchtkaviars kommen aus China. Schlechte Haltung, zu viel Antibiotika und Konservierungsstoffe … Finger weg von Kaviar aus China. 

 

Autor Sabine Ruhland, Fotos ©foodhunter
(auf keinem Foto ist Kaviar aus China!)

 

Keiner ist dagegen gefeit: zu verlockend auch für die gehobene Gastronomie, bei günstigen Angeboten aus China zuzugreifen. Da braucht es Geschmackserfahrung seitens der Gäste, um die mindere Qualität zu erkennen und anzuprangern. Doch traut man sich wirklich, im teuren Restaurant die Qualität des Kaviars genauer unter die Lupe zu nehmen?

 

Anspruchsvolle Gäste müssen nachhaken! Auch in der gehobenen Gastronomie

 

Wie beim Fleisch kann der Gast auch beim Kaviar nachfragen, woher er stammt oder wer der Lieferant ist. Es ist unser gutes Recht als Gast und Verbraucher. Wir dürfen auch erwähnen, dass der Geruch eventuell leicht stechend und chemisch ist – typisches Merkmal für Billigkaviar. Oder die Konsistenz eher marmeladig ist – ebenfalls ein Indiz für keine gute Ware.

 

Borax frisst die guten Aromen des Kaviars. Verlangen Sie Kaviar ohne Konservierungsstoffe!

 

Borax war Anfang des 20. Jahrhunderts ein beliebtes Konservierungsmittel für Kaviar. Anfang der 90er Jahre wurde es in Russland verboten. In anderen Ländern, u.a. Deutschland, ist es nach wie vor erlaubt. Das Hauptproblem dieser Konservierungsmittel liegt in seiner chemischen Zusammensetzung, denn Borax wird nur langsam aus dem menschlichen Körper ausgeschieden. Zudem tötet Borax den feinen Kaviargescmack fast völlig ab. Gerade Kaviar aus China wird mit Borax behandelt, um die Haltbarkeit auf bis zu 8 Monate zu steigern.

 

Bitte keinen Kaviar vom lebenden Stör – die Tiere sind traumatisiert

 

Da will man Gutes tun und fügt den Tieren doch mehr Leid zu als nötig. Denn das Abstreifen der Eier ist alles andere als eine angenehme Angelegenheit. Zudem sind die Eier oft verklebt und matschig. Fakt ist: das Störweibchen muss geschlachtet werden, schnell. Das erspart dem Tier eine schlimme Prozedur und schenkt zugleich einen Kaviar von besserer Optik und Qualität.

 

 

Foodhunter-Empfehlung: Kaviar ohne Konservierungsstoffe

Ja, es mag dekadent klingen: wir durften schon viel Kaviar unterschiedlichster Kategorien verkosten. Momentan ist ein Produkt unschlagbar: Der Imperial von Grand Caviar aus niederländischer Zucht. Festes Korn, leicht gesalzen und ohne das ölige Wasser. Preise von 1.100 € – 2.100 € / Kg

 

Tipp vom Profi: Kaviar bei -1 bis -4 °C lagern

 

Meistens landet das Döschen im Kühlschrank. „Zu warm, um Kaviar richtig zu kühlen”, sagt Kaviar-Experte Dimitri Schwalb. „Kaviar ohne Konservierungsstoffe hält 2-4 Monate bei minus einem bis minus vier Grad. Kühlen Sie ihn auf minus acht Grad hält er sogar bis zu acht, neun Monate – und das ganz ohne Konservierungsstoffe.”