Gratitude. Veganes Restaurant in München

Keine Frage, der Laden brummt seit Eröffnung – und zwar so, wie es sich die vier Geschäftsführer nie geträumt hätten. Was zur Folge hat, dass sich nicht nur in der Küche Hektik breit macht, sondern auch der Service ab und an ins Schwitzen kommt. Der Andrang hat allerdings einen guten Grund: hervorragende Küche.

Autor Sabine Ruhland 

Das Ambiente ist ein wenig wie Uni-Kantine. Der Geräuschpegel hoch. Dafür rundum zufriedene Gesichter. Wir treffen Bekannte aus der Medienwelt, blicken auf viele, schöne Frauen. “Ja, noch sind die Frauen in der Überzahl”, sagt Alex, einer der 4 “Alles-Esser”, die rein aus Interesse auf diese Küche gestoßen sind. Alex hat fünf Kilo abgenommen, problemlos. Nur, weil er vegan gegessen hat.

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Warum vegan und nicht vegetarisch? “In der vegetarischen Küche wird oft nach Fleischersatz gesucht. Hier nicht. Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Wurzeln, Algen, Wasabi-Sprossen. Der Tisch ist reich gedeckt und es ist alles überall erhältlich.” – Was nicht problemlos erhältlich ist: die Kreativität, die es braucht, um aus all diesen Zutaten raffinierte Gerichte zu zaubern und das ständig neu. “Stimmt”, sagt Michael, der Koch. “So sind in unseren Gerichten beispielsweise doppelt so viele Gewürze drin wie in normalen Gerichten. Die Dosierung ist dabei gar nicht so einfach.”

Das Gratitude-Vorbild kommt aus Los Angeles, dort gibt es die Kette und die Hollywood-Stars rennen den Läden die Türen ein. In München sind es zwar keine Hollywood-Stars dafür durchweg interessierte und kommunikative Menschen. “Uns ist wichtig, dass wir alle ansprechen. Natürlich vor allem die Alles-Esser”, sagt Alex. Wir knabbern an rohen Grünkohl-Chips. Gedörrt, mit Sesam und leichter Schärfe. Am liebsten hätten wir eine Tüte davon, zum Mitnehmen.

gratitude restaurant

Ausschließlich natürliche Zutaten kommen auf die Teller. Frisch, knackig, möglichst naturbelassen. Kein Soja, kein Tofu, kein Ei, keine Kuhmilch. Einzige Ausnahme: Honig. “Viele Gäste möchte damit Tee oder Joghurt süßen, also bieten wir Honig an.”

Wir bekommen “I am healthy” (die ungewöhnlichen Namen für die Gerichte wie “I am delicious” oder “I am beautiful” sind aus den USA übernommen) – Blattspinat, Ingwer, Banane, Apfel, Spirulina, ein Hauch Cayenne. Sehr gut. Dazwischen ein paar dehydrierte Gemüsecracker, derart gut, dass sogar Verlagshund Snoopy bereitwillig unter die Veganer geht. Beim Zucker kommt ausschließlich Rohrzucker zum Einsatz, doch noch lieber würde die Küche ausschließlich Kokosblüten-Zucker verwenden (unter der Rubrik “Gutes genießen”/Produkte stellen wir ihn vor.)

Dazu gibt es Wein, einen veganer Wein, perfekt ausgewählt von Annick Denny, die in München eine Weinhandlung besitzt: www.vinsetco.de Wir sind restlos angetan.

Gratitude Restaurant
Türkenstraße 55
80799 München
Tel.: 089 889 821 74
Di-Sa 11-22 Uhr, So 10-16 Uhr
www.gratitude-restaurant.de

Foto Gratitude