Isemarkt in Hamburg. Wattwürmer und Zuckerbäcker

Isemarkt in Hamburg. Wattwürmer und Zuckerbäcker

Es sind die Wochenmärkte, auf denen die Hamburger einkaufen und einen Klönschnack halten, weshalb Hamburg die Stadt mit den meisten Wochenmärkten in ganz Europa ist. Der bekannteste Markt ist der Isemarkt. Ob Regionales aus dem Umland, Pralinen aus Eigenproduktion, Delikatessen aus Frankreich, Bürsten für jeden Zweck oder frischen Fisch – kaum etwas, das hier nicht zu finden wäre.

 

Autor Sabine Ruhland, Fotos ©foodhunter

 

Es ist Freitag und da zieht es uns zu Hamburgs schönstem und mit einem Kilometer Länge auch dem europaweit längsten Freiluftmarkt: dem Isemarkt. Jeden Dienstag und Freitag tummeln sich unter der Hochbahnbrücke aus der Gründerzeit, flankiert von renovierten Altbauten, rund 200 Händler. Die meisten kommen aus Hamburg und Umgebung, stets gut gelaunt und zu einem Schnack mit ihren Kunden bereit, die zu 80 Prozent Hamburger sind.

 

 

Der Isemarkt – vom Wattwurm bis zum Krabbensalat

 

Feilgeboten werden allerlei kulinarische Köstlichkeiten vom Wattwurm bis zum Hibiskussalz, vom Rochenflügel bis zum original Krabbensalat, von getrockneten Kräutern bis zu heimischem Bio-Gemüse. Dazwischen Einmann-Stände mit Bürsten, Kleidung oder allerlei Sinnvollem für Linkshänder sowie hübsche mobile Cafés für die Pause zwischendurch.

Am Stand vom Hamburger Gewürz-Basar treffen wir auch ihn, adrett in weißer Hose und schwarzem Jackett, Philipp Meiners, genannt der Lavendelmann. Seit fast 60 Jahren Jahren auf dem Markt, Besitzer wilder Lavendelfelder in der Provence, in fünfter Ehe verheiratet und ein echtes Hamburger Original. Über Lavendel und seine Wirkung weiß er alles und ein Plausch mit ihm macht die Begeisterung für diesen Markt perfekt, der vor allem für die Hamburger mehr als nur ein Wochenmarkt ist.

 

Viele der rund 6.000 Besucher kennen ihn seit ihrer Kindheit, sind treue Kunden seit 10, 30 oder gar 60 Jahren, denn seit 1949 gibt es den Isemarkt bereits.

 

Damals wie heute mit dabei ist u.a. Fisch Schloh, mit einer 25 Meter langen Verkaufstheke und höchster Fischqualität eine der Attraktionen des Marktes. Wie auch die  Zuckerbäckerei Pingel, an deren Stand die Schlange nie enden will, weil jeder an die selbst gemachten Himbeerbonbons, den frischen Pfefferminz-Bruch, Schokokugeln und hausgemachtes Karamell ran will.  Überall wird genascht und probiert, gelacht und debattiert. Ein Vergnügen, das für wahre Foodhunter weit vor dem Hamburger Fischmarkt rangiert, der nichts anderes als eine Touristenattraktion ist.

Isemarkt
Di und Fr 8-30-14 Uhr
U-Bahn-Station „Hoheluft“ bis „Eppendorfer Baum“

 

 

Sternerestaurant Piment in Hamburg