La vie en rose: Bijo Farm und das Rosen Café.

La vie en rose: Bijo Farm und das Rosen Café.

Zweimal verfährt sich unser Taxi, dabei ist Fusch wahrlich nicht von imposanter Größe. Endlich ist die Zufahrt entdeckt. Wir steuern ein schmuckes Bauernhaus an, dem man seine 530 Jahre nicht ansieht. – Was dem Engagement und der Hände Arbeit der Gastgeber zu verdanken ist. „Vor zehn Jahren hat uns jeder für verrückt erklärt, diese Ruine umbauen zu wollen”, lächeln Birgit und Josef Schattbacher. Heute ist ihre Bijo Farm ein Aushängeschild für die ganze Region. In ihrem Rosen Café will alle Welt frühstücken, die einzige Suite ist fast immer ausgebucht. 

Autor Sabine Ruhland, Fotos ©foodhunter

 

Die Tische gedeckt wie für eine Hochzeitsgesellschaft, üppig, liebevoll, aufwendig und verteilt auf mehrere Zimmer. Ausgebucht sind Birgitt und Josef Schattbacher, aus derer Vornamen sich BIJO ableitet, und begierig suchen sich die Gäste ihre Lieblingsplätze. Susann und Rosi aus Innsbruck haben Frauenausflug und sind jedes Jahr hier. Ihr Lieblingsplatz ist ein Tisch im Wintergarten mit Blick auf den Schwimmteich. Familie Groß aus Dortmund besetzt mit 6 Personen der ersten Stock. Überall ein Gewirr aus Stimmen, Gelächter und klingenden Gläsern, denn schnell wird der Perlwein Rosabelle vom Biohof Andreas Kreuzwieser eingeschenkt. Wie Kinder sitzen alle am Tisch, betrachten die Rohkostsalate – als Brunoise in winzigen Schälchen – die vielen Gläser mit hausgemachten Marmeladen und Rosen-Joghurt, das Rosen-Törtchen, das hausgemachte Brot in den Körbchen, die süßen Kringel auf dem alten Bullerofen im Flur.

Das alles ist nur das Entree. Die ganze Familie, inklusive der Kinder ist eingespannt, um ein Tablett nach dem anderen zu den Gästen zu tragen. Mal eine Feigen-Ziegenkäse-Kreation, mal ein frisch gepresster Smoothie-Shot. Unfassbar, was an Tiegelchen und Töpfchen ausgeteilt und wieder eingesammelt wird.

 

Der Name ist Leidenschaft. Birgit sammelt Rosenstöcke. Dutzende sind es. Die Blüten umgeben das Haus fast wie im Märchen von Dornröschen.

 

Nicht nur das Haus selbst ist ein paradiesisch schöner Bauernhof, auch das Drumherum lässt Stadtkinder aufatmen. Hasen, Pensions-Pferde und auf den Weiden oberhalb Ceburinder, deren Fleisch Josef selbst vermarktet. Immer mehr Menschen suchen hier Unterschlupf. Eine Suite haben sie inzwischen ausgebaut mit Whirlpool auf der Terrasse. Eine ausrangierte Hütte für Skier fand im Garten Platz und ward sofort von Erholungssuchenden angemietet. Also baute Josef ein Badehäusl daneben. Jetzt ist aber Schluss. „Wir wohnen hier ja auch und ein bisschen Privatsphäre muss sein.”

Deshalb ist das Rosen Café ganzjährig nur jeden ersten Samstag im Monat von 14-17 Uhr geöffnet. Von April bis Mitte Dezember auch jeden Mi, Do, Fr, Sa von 8.30-12.30 Uhr.  Taxenbacher-Fusch 31, 5672 Fusch/Österreich.