Pfistermühle – Basics vom Feinsten

Pfistermühle - Basics vom Feinsten

Mit der Zeit gehen ohne die Tradition außer Acht zu lassen – der Pfistermühle in München ist das aufs Schönste gelungen. Stein, Leder, Holz, gedeckte Farben und viele schmückende Details prägen das Ambiente. Gemütlichkeit ohne jeden Kitsch, dafür mit viel Stil. Die Küche muss da mithalten. Tut sie. 

Autor Sabine Ruhland, Fotos ©foodhunter

 

Das gereichte Brot ist speziell: “Sexy Alive” von der Münchner Brotmanufaktur Schmidt, einem traditionsreichen Familienbetrieb, der schon Karl Valentin als Stammgast begrüßen durfte. Erfunden hat es die Brot-Sommeliere Sonja Laböck, hat es gespickt mit Roggenvollkorn, Walnüssen, Pekannüssen und Chiasamen. Dazu reicht die Pfistermühle einen wundervollen Kräuterdip und zeigt mit diesem kulinarischen Entree, wohin die Reise geht: in die Region.

Die superzarten Lammnierchen à la nage (genauer Ayinger-Biersenf-Nage) vom Gutshof Polting sind eine Offenbarung und beweisen, dass Klassiker mit kochkünstlerischer Kreativität jeden modischen “Food Trend” übertrumpfen. Dazu Gemüsestreifen und geröstete Kartoffelhälften. Unser Gaumen ist im Glück.

Der Spargel im Anschluss ist etwas zu al dente – der Koch mag es so, erfahren wir. Dennoch deutlich zu hart und auch – sicher der frühen Erntezeit geschuldet – blass im Geschmack. Gottlob beherrschen Michael Sobota und sein Team die Kunst der feinen Saucen und so überstrahlen Nussbutter und die aufgeschäumte, wolkenleichte Sauce hollandaise die farblosen Stangen.

Der “karamellisierte Saibling” von der Fischzucht Birnbaum bei Landsberg am Lech ist ansich bereits ein Meisterwerk, zart und saftig im Geschmack. Allerdings scheinen unsere Geschmacksnerven bereits angespannt, von “karamellisiert” schmecken wir nichts. Dazu ein formidables Erbsenpüree und einige knackig-frische Erbesenperlen von hervorragender Güte. Dennoch hätte das Gericht Im Ganzen für unseren Gaumen mehr Pep vertragen, was individuelle Geschmackssache ist.

Andererseits offenbart diese auf puren Geschmack ausgerichtete  Art des Kochens die hohe Qualität der Grundprodukte.Dazu passend: Die offenen Weine werden aus der Magnum am Tisch serviert. Das ist ein Service, der kaum zu toppen ist. Tipp: Mittagstisch von Mo-Fr, 4 Gänge inkl. Kaffee oder Tee 19,50 €.

 

Der Saibling von Nikolai Birnbaum – einfach nur exzellente Qualität

Freut uns besonders: das Foodhunter-Kochbuch “SO ISST DIE STADT -MÜNCHEN” hat Gutes und Gutes zusammengebracht. So ist auch die Pfistermühle gerade dabei, mit dem Biohof Billesberger eine engere Geschäftsbeziehung zu knüpfen.

Jedes Detail stimmt – zu den alten Kupfersieben, in denen das Brot serviert wird.