Schäumen vor Ärger – Plastik im Bier

Schäumen vor Ärger - Plastik im Bier

Auf der ganzen Welt versehen Brauereien ihr Bier gerne mit dem Schriftzug „Gebraut nach dem deutschen Reinheitsgebot“, denn Konsumenten verbinden damit automatisch eine besondere Qualität und ein rein natürliches Produkt. Doch inzwischen haben Industriebrauereien eine Vielzahl traditioneller Brauereien, die streng nach dem Reinheitsgebot gearbeitet haben, übernommen und wie alles, was groß und gierig ist, suchen diese Konzerne nach Möglichkeiten, den Gewinn zu steigern. – Selbst wenn dafür neue Gesetze geschaffen werden müssen. Ein Prosit auf die Volksvertreter!

 

Autor Sabine Ruhland, Foto Alexa, pixaby

 

Es ist schon länger bekannt: Fast alle Großbrauereien fügen dem Bier das Kunststoffgranulat Polyvinylpolypyrrolidon (PVPP) zu. Der Vorteil: das Bier bleibt viele Wochen und Monate schön klar und kann daher auch sehr viel länger verkauft werden – bis zu anderthalb Jahre lang. Bier, das nicht mit PVPP stabilisiert wird, trübt dagegen nach etwa drei Monaten ein.

Ob nun langfristig gesundheitsschädlich oder nicht und was Aussagen wie „dieser Stoff wird bis auf technisch unvermeidbare Rückstände wieder aus dem Bier entfern” in wirklich bedeuten – ärgerlich ist, das die Verwendung von PVPP  nicht auf der Flasche deklariert werden muss. – Im Gegensatz zu Nahrungsergänzungsmitteln, in denen PVPP ebenfalls Verwendung findet unter der E-Nummer E1202.

Das deutsche Reinheitsgebot besagt, dass für die Herstellung von Bier nur Gerstenmalz, Hopfen, Wasser und Hefe verwendet werden dürfen. Doch  seit dem ‘’Vorläufigen Biergesetz’’ von 1993 sind auch technische Zusatzstoffe, Filterhilfsmittel und Farbstoffe erlaubt. Die Verwendung synthetischer Polymere wie Polyvinylpolypyrrolidon (PVPP) ist demnach zulässig. – Die Industriehörigkeit unserer Volksvertreter ist immer wieder ein Ärgernis.