SIDDÙRA bei Käfer. Genuss “von Gottes Hand”

SIDDÙRA bei Käfer. Genuss "von Gottes Hand"

Nathan Gottesdiener, erfolgreicher Spross aus der Modedynastie (Oui-Gruppe) könnte es sich optisch durchaus leisten, abgelichtet zu werden. Sträubt sich aber vehement. Weder von ihm noch seiner Frau gibt es viele Fotos in der Öffentlichkeit. “Ich bin nicht der Hauptakteur”, sagt er bescheiden. “Das ist der Wein und mein Team, das letztlich diese Qualität erreicht.” Denn die Mode hat Nathan Gottesdiener längst durch eine neue Passion ersetzt: Wein. SIDDÙRA, benannt nach der kleinen Ortschaft Siddura in der Nähe des mittelalterlichen Städtchens Luogosanto auf Sardinien, produziert bislang nur 30.000 Flaschen pro Jahr. Ein echter Geheimtipp.

Autor Sabine Ruhland, Fotos Foodhunter

Wenn Michael Käfer gemeinsam mit einem Weinproduzenten zu einem Abend in den Weinkeller lädt, dürfen sich die Gäste auf perfekte Gastgeberqualitäten freuen. In den Gewölben verteilen sich lange Tafeln, perfekt illuminiert, um die elegante Gesellschaft ins rechte Licht zu rücken.

Doch die Stars des Abends waren Weine wie Maìa, Bàcco oder Tìros, von denen es oftmals nur 1.000 Flaschen gibt. – Und Roberto Petza, einer der besten Köche Italiens, den Nathan Gottesdiener als Überraschung im Gepäck hatte. Er sorgte mit Gerichten wie “Fregua”, hausgemachten Ravioli und 12 Stunden lang bei Niedertemeratur gegartem  Spanferkel für die passende Begleitung zu den Weinen.

Siddura bei Kaefer, Fotos Foodhunter

Roberto Petza (re.) und sein Sous-Chef

“Der verrückte Deutsche baut sich doch da tatsächlich einen riesigen Garten”, grummelten die Einheimischen, als Nathan Gottesdiener das verlassene Weingut am Zipfel von Sardinien kaufte und auf Vordermann bringen ließ. Heute sind seine Nachbarn voll des Lobes, denn SIDDÙRA Weine heimsen einen Preis nach dem anderen ein, was der ganzen Region Gallura  eine gewisse Berühmheit einbrachte.Goldmedaillen für MAÌA (Decanter), Silber für BÈRU (Internat. Wine Challange), Punkte, Gläser, Trauben … eine endlose Liste an Auszeichnungen.

Qualität ist für Nathan Gottesdiener das A und O und sein größter Ansporn. “Wenn wir Anbaugebiete dazupachten, garantieren wir dem Winzer die bisherige Menge, minimieren für unsere Weine den Ertrag um mehr als die Hälfte”, sagt er. Deshalb bislang nur 30.000 Flaschen. “Aber ja, natürlich möchten und werden wir wachsen.”

Siddura bei Kaefer, Fotos Foodhunter

Erik Roloff kredenzte den Vermentino SPÈRA zu Lamm- und Lachstatar auf Crostinis

Die Reise nach Siddùra beginnt mit den drei Vermentinos (Vermentino ist eine weiße, spät reifende Rebsorte. Die Weine sind in der Regel goldgelb mit grünlichen Reflexen, das Bukett intensiv, fruchtig und duftig. Sie sind meist trocken und aromatisch und haben einen leicht bitteren Unterton). Favorit bei den meisten Gästen: der Maìa. Die Trauben von Hand geerntet, im Stahltank gereift. Seidig ist er und passt vorzüglich zu Meeresfrüchten oder mittelgreiftem Pecorino.

Der Bèru, ebenfalls 100% Vermentino, liegen weitaus länger auf der Schale und reifen 9 Monate in kleinen, französischen Eichenfässern. Das Ergebnis ist ein intensives Aroma, Noten von Brotkruste und Akzente von Honig, Thymian und Vanille. Nur 1.000 Flaschen hat SIDDÙRA vom 2012er BÈRU produziert. Eine echte Rarität.

Die Preise der Vermentinos: 16 Euro der SPÈRA, 21 Euro der MAÌA und 32 Euro der BÈRU, wobei Käfer nach wie vor mit seinem Angebot 5+1 überzeugt. Einen 6er Karton kaufen, aber nur 5 Flaschen bezahlen. Erik Roloff wird Sie bestens beraten. weinkeller@feinkost-kaefer.de

Bei den Rotweinen beginnt es leichtfüßig mit dem BÀCCO, um sich dann sprunghaft zu steigern. Der TÌROS begeisterte die illustre Runde auf Anhieb. Ebenfalls nur 1.000 Flaschen vom 2012er (32 Euro). Eine Cuvée aus  85 % Sangiovese und 15 % Cabernet. Der Most fermentiert in temeprierten Edelstahtanks, die malolaktische Fermentation findet 12 Monate in kleinen, französischen Eichenfässern statt. Haltbarkeit über 12 Jahre auch kaum ein Weinkenner an diesem Abend, der diesem opulenten Wein nicht eine grandiose Reifezukunft vorhersagte. To be continued…

Siddùra bei Kaefer, Fotos Foodhunter

Festlich gedeckte Tafeln im Weinkeller gaben dem Wein von SIDDÙRA einen würdigen Rahmen