Feine Adresse in Südtirol: Kuppelrain in Kastelbell

Feine Adresse in Südtirol: Kuppelrain in Kastelbell

Südtirol hat viele gute Adressen. Doch die ein oder andere sticht trotzdem heraus. Ein kulinarisches Paradies und Familienanschluss haben wir in Kastelbell gefunden: Restaurant Kuppelrain. Perfekt für ein romantisches Wochenende mit Spitzenküche.


Autor Sabine Ruhland, Fotos ©foodhunter

 

„Mach damit was du willst. Es gehört dir“, sagte vor gut 20 Jahren der Vater und Jörg Trafoier schüttelte entsetzt den Kopf. Eine runtergekommene Bahnhofswirtschaft, das entsprach gar nicht seinen Ambitionen als Koch. Doch dann nahm er das Geschenk an und längst ist daraus eine der schönsten Adressen im Vinschgau geworden.

Vor allem dank Ehefrau Sonya – fast ein Vierteljahrhundert sind die beiden schon ein Paar – die ein ausgeprägtes Gespür für Ambiente, Dekoration und für Wein besitzt. Sie ist es, die Garten, Speiseraum und die drei Gästezimmer in Kunstwerke verwandelt und mit einer Leidenschaft von regionalen Weinen spricht, die selbst einem einfachen Vinschgauer Weißwein vor Stolz die Röte ins Glas treibt

Kuppelrain, Foto Foodhunter, Sabine Ruhland

Restaurant Kuppelrain, Foto Foodhunter, Sabine Ruhland

Über Kuppelrain liest man nicht viel, auch nicht über Jörg und seine Familie, sie pflegen ihre Zurückgezogenheit. Das Restaurant ist ohnehin mittags wie abends gut besucht. Inzwischen steht auch Sohn Kevin am Herd, jener Knabe den wir noch so in Erinnerung haben wie es das Kinderbild an der Wand zeigt.

Glanzvolle Desserts kreiert er heute, verbindet crunchige Flocken mit zarter Eiscreme, kombiniert Süße mit Säure, arrangiert wahre Ornamente der Lust  – weshalb er es sogleich übernommen hat, sämtliche Teller anzurichten. „Klar lasse ich ihn das machen, auch wenn’s mir manchmal zu lange dauert, weil er Perfektionist ist, aber er macht es einfach besser als ich“, sagt Jörg Trafoier nicht ohne Stolz in der Stimme.

 

Die Frühstückseier am Morgen macht Jörg so selbstverständlich wie am Abend vorher Wildfang-Steinbutt aus der Bretagne mit Knoblauchblüte.

 

Die Gäste am Nachbartisch sind ebenfalls Münchner. Das erste Mal in Kuppelrain. „Selten, dass wir uns so schnell wohl und heimisch gefühlt haben.“ Das liegt sicher an den schönen Gästezimmern, dem exzellenten Essen, an Sonyas Charme und Weinkenntnis, aber vor allem an der familiären Atmosphäre.

Die Trafoiers wohnen hier, morgens wird für alle Kaffee gemacht, auch für die Gäste. Die Frühstückseier macht Jörg so selbstverständlich wie am Abend vorher Wildfang-Steinbutt aus der Bretagne mit Knoblauchblüte und Ochsenherztomate auf Venere, einem violetten Risotto. Derweil beantwortet Sonya E-Mails, zeigt uns das Nesthäkchen der Familie ihr neues Kleidchen und Kevin macht sich auf zum Sport. Jörg trinkt Kaffee mit uns, Hund Dieter (der eigentlich ein Weibchen ist) bellt erwartungsvoll. Zufriedenheit liegt über allem. Ein Sternenhimmel voller Glück, da spielen für Jörg ein oder zwei Sterne mehr oder weniger gar keine Rolle.

 

Kuppelrain, Foto Foodhunter, Sabine Ruhland

 

Kuppelrain
Bahnhofstraße, 16
I-39020 Castelbello-ciardes
www.kuppelrain.com