Rexrodt Hamburg – ein Hauch Leichtigkeit wäre fein

Rexrodt Hamburg - ein Hauch Leichtigkeit wäre fein

Das Restaurant Rexrodt ist ein Klassiker in Hamburg, in den 80er Jahren eine Nummer 1 Adresse. Dann ist es still geworden und heute sagen die Hamburger: “Das Rexrodt war mal super, aber irgendwie lange nichts mehr davon gehört. Vielleicht solltet ihr mal hingehen.” Haben wir getan. 

 

Autor Sabine Ruhland, Fotos ©foodhunter

 

Das Interieur der einstigen Metzgerei ist einmalig mit den blau-grünen Jugendstilkacheln und der gläsernen Jugendstildecke, wenngleich die unechten Blumenberge im Schaufenster zunächst befremdlich wirken. Das löst sich schnell auf – das Rexrodt bietet freie Trauungen im Restaurant, höchst plakativ beworben mit besagter Deko und auf Seite eins der Speisekarte.

 

Museales Dämmerlicht

 

Der laue Abend dezimiert die freien Plätze draußen, ein in die Ecke gepresstes 2er Open-Air Tischchen könnten wir haben, wir bevorzugen aber den einzigartigen Gastraum, der noch ein wenig schöner wäre, hätte man alle Windlichter auf den eingedeckten Tischen angezündet. So findet die atmosphärische Erhellung im kleinsten Kreise statt, der Rest bleibt im musealen Dämmerlicht.

 

 

Direkt neben uns wird das Gedeck abgeräumt, es fehle anderweitig, heißt es. Ein paar Tische weiter hätte dieser Vorgang durchaus ebenfalls stattfinden können und wir hätten uns nicht so “abserviert” gefühlt.

Der Service ist ansonsten aufmerksam und freundlich, allerdings auch etwas hölzern, was vielleicht auch der hanseatischen Art zuzuschreiben ist, so genau wissen wir das nicht.

Kommen wir zum Eigentlichen: dem Essen. Dafür zeichnet seit 1999 Niels-Ove Nielsen verantwortlich, dessen Karrieren-Stationen durch zahlreiche Sternerestaurants führten.

Das technische Potenzial schmeckt man: die Tranchen vom hausgebeizten Kräuter-Lachs mit Gartengurken-Minz-Schaum und Wassermelone mit Chili sind vorzüglich, die Paprika-Velouté zur Dorade ist grandios. Die mit Spargel gefüllte Maispoulardenbrust des 3-Gänge-Menüs (32 Euro) ist auf den Punkt, saftig und dank der Serranoschinken-Ummantelung von guter Würze. Von der Sauce, handwerklich gut gemacht, ist wenig auf dem Teller, ein Nachschlag wird uns auf Nachfrage aber sofort gebracht.

Mit anderen Komponenten kommen wir weniger zurecht: Bei “Tempura von der Sardine” (Foto oben) präsentiert sich das Fischlein umgarnt von laschem Teig, was ihm letztlich nicht gerecht wird. Auch das zur Dorade gereichte, sehr mächtige Auberginen-Gewürzbrot-Crumble mit weihnachtlich-winterlichen Aromen haben wir geschmacklich als eher unglückliche Kombination empfunden.

Gutes wieder zum Schluss: das Limonen-Joghurt-Basilikum-Eis, das Highlight der Erdbeer-Desserts des Menüs, war zum Niederknien.

Bezahlt haben wir 90 Euro für drei Gläser Rosé, zwei große Flaschen Wasser, ein 3-Gang-Menü sowie eine Vor- und Hauptspeise.
Ein durchaus angemessener Preis.

 

Rexrodt Hamburg
Papenhuder Straße 35
22087 Hamburg-Uhlenhorst
www.restaurant-rexrodt.de

 

Die Bucht Hamburg. Sundowner am Alsterfleet