Greisslerei Leo Hillinger in München

Greisslerei Leo Hillinger in München

„Das hat uns noch gefehlt!” In der Tat. Leo Hillinger hat im Münchner Lehel seine Greisslerei eröffnet. Ein durchgestylter Laden, der – wie der Chef selbst – eine eigene Handschrift zeigt. Statt glattpoliert und marmoriert, bringen Fliesen aus Südafrika, Lederhocker, Betonböden und Backsteinwände, abgeblättertes Holz und zu Lampen umfunktionierte Kristallkaraffen einzigartiges Flair in die Räume. Greisslerei, das bedeutet kleiner Lebensmittelladen. Bei Hillinger gibt es neben den Hausweinen deshalb kleine Speisen, Schinken und Käse zum Mitnehmen und Merchandising-Produkte. 

 

Autor Sabine Ruhland, Fotos ©foodhunter

 

Sein Händedruck ist so fest wie der eines Mannes, der gewohnt ist hart anzupacken, die Haare statt sunnyboy-kinnlang inzwischen raspelkurz. Leo Hillinger ist für Österreich was Markus Schneider für die Pfalz ist. Beide habe mit neuen Marketingauftritten vor vielen Jahren Wein interessant gemacht. Weshalb sich bei Leo Hillinger eine Unmutsfalte auf der Stirn bildet, als wir ihn fragen, ob er noch Winzer oder doch mehr Unternehmer sei. “Jetzt schockieren Sie mich aber”, meint er.

“Ich bin voll und ganz Winzer, Bio-Winzer um genau zu sein. Ich habe Anfang der 90er Jahre mit 0,86 Hektar und enormen Schulden angefangen, inzwischen hat unser Weingut 80 Hektar.” In Deutschland und Österreich sei das aber so eine Sache mit Merchandising, meint er. “Was ist schon dabei, dass wir T-Shirts oder Weinkühler mit Hillinger bedrucken lassen. In anderen Ländern ist Merchandising normal.”

Hillinger ist somit längst zur Marke avanciert, pendelt zwischen Südafrika und Europa, kooperiert mit Freunden aus der Brenner- und Winzerszene, hat inzwischen maßgeschneiderte Life-Style Produkte, die sein Label tragen und von Chinesen Kaufangebote in beeindruckender Millionenhöhe. “Warum soll ich verkaufen, was täte ich denn dann?” lacht er. Seit vielen Jahren unterstützt Hillinger Events der Österreichischen Krebshilfe mit Weinen und spendet von jeder verkauften Flasche Pink Ribbon 1 Euro an die Krebshilfe.

 

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Im Sommer erwartet die Gäste ein Terrasse mit Blick auf das historische Lehel

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Charismatisch, bodenständig, unprätentiös: Leo Hillinger

 

Restaurantleiter Andreas Rupp bringt seinem Chef ein Glas Wein. “Sauvignon Blanc”, lächelt Hillinger und nimmt uns damit die Frage nach seinem derzeitigen Lieblingswein vorweg.

Wie oft er künftig in München weilen wird? “Zwei- bis dreimal pro Monat schätze ich, denn wir werden einige Veranstaltungen rund um das Thema Wein machen und da bin ich selbstverständlich dabei.”

Wenn er nicht gerade in der Greisslerei ist, wo “isst” er dann? “Ich bin gerne im Weinhaus Neuner, auch weil ich mit Moritz Haake gut befreundet bin und damit auch oft in der Burger & Lobster Bank.”

Als kleine Hommage an seinen neuen Standort hat er gemeinsam mit Haake den “Minga” Wein kreiert, der vortrefflich geglückt ist und dem Mainstream gerecht wird. Wir kosten noch einen Gelben Muskateller 2015 – ein Frauenwein, kommentiert ihn Andreas Rupp. In der Tat, zarte Blumen am Gaumen, die Foodhunterin fühlt sich auf Rosen gebettet.

 

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Die Greisslerei offeriert Schinken und Käse aus dem Burgenland und spezielles wie den Premum Vodka, den Hillinger mit Alois Kracher entwickelte.

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Jedes Detail passt. Die Greisslerei im Münchner Lehel ist eine Augenweide.

Greisslerei leo Hillinger München Lehel

So charmant wie der Chef zeigt sich das ganze Team unter der Leitung von Andreas Rupp.

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Lange hat Hillinger nach einem perfekten und bezahlbaren Standort in München gesucht. Am St. Anna Platz im Münchner Lehel ist er fündig geworden und hat 750.000 Euro in den Ausbau des einstigen Fahrradgeschäfts investiert

 

Greisslerei Leo Hillinger
Vinothek-Feinkost
St.-Anna-Straße 18
80538 München
T 089 45 23 74 74

Öffnungszeiten: Mo-Sa 10-22 Uhr