Grüne Tomaten. Gut und ein bisschen giftig

Grüne Tomaten. Gut und ein bisschen giftig

Die Foodhunterin ist ein Tomatenjunkie, weshalb ich gerne auch 1-2 grüne Tomaten esse. Sie haben den geballten Tomatengeschmack ohne die Süße der roten Früchte, die mir manchmal zuviel ist. Dennoch werden grüne Tomaten meist weiterverarbeitet: zu Konfitüren, Chutneys oder dem berühmten “fried green tomatoes”. Das hat einen guten Grund: die Früchte sind kleine Giftpilze. 

 

Autor Sabine Ruhland, Fotos ©foodhunter

 

Grüne Tomaten sind nichts anderes als unreife Tomaten und es wird gewarnt, zu viele davon zu verzehren, da sie “Tomatin” enthalten (Fachsprache Glykoalkaoid Solanin), was ab einer Dosis von 25 mg angeblich für den Menschen toxisch ist. Mit der Reifung sinkt der Gehalt an Solanin. Grünreife Tomaten weisen pro 100 g um die  7-13 mg auf, rote Früchte lediglich 0-0,7 mg Solanin. Der Grund: die Steigerung an Zucker in den reifen Früchten lässt den Solaningehalt sinken.

Weil die grünen Bomben aber trotzdem intensiv schmecken und man nicht auf sie verzichten mag, werden sie meist zu Konfitüren verarbeitet oder eingelegt, denn auch das verringert den Solaningehalt.

 

Hier ein schnelles Rezept, das Sie im Sommer wunderbar zu Grillfleisch reichen können. Mal was anderes als Kartoffelsalat…

 

Grüne Tomaten, süßsauer (ergibt in etwa 6 Portionen)

  • 5 kg grüne Tomaten (eher kleinere Tomaten aussuchen, weil die besser in Einweckgläser passen)
  • 12 l Wasser
  • 12 EL Salz
  • 2 l Weinessig
  • 2 kg Zucker
  • 4 EL weiße Pfefferkörner
  • 8 Stangen Zimt
  • 4 TL Gewürznelken
  • 8 Ingwerknollen, eingelegte
  • 8 EL Ingwersirup

 

Zubereitung

  1. Die Tomaten trocken abreiben, die Blütenkelche entfernen und die Haut mehrmals mit einer Nadel einstechen.
  2. Wasser und Salz aufkochen, die Tomaten zugeben, kurz aufkochen und im Anschluss zwei Minuten ziehen lassen.
  3. Abtropfen lassen und in vorbereitete Gläser schichten.
  4. Essig und Zucker erhitzen. Pfefferkörner, zerbrochenen Zimt, Gewürznelken, feine Ingwerwürfelchen und Ingwersirup zugeben.
  5. Den Sud aufkochen und mit den Gewürzen über die Tomaten gießen. Diese müssen bedeckt sein.
  6. Die Gläser sofort verschließen. Jederzeit zu gegrilltem Fleisch griffbereit!

 

 

Und hier noch der Klassiker aus dem Süden Amerikas:
“fried green tomatoes”, Rezept für 4 Portionen

  • 4 große grüne Tomaten (Da die unreifen grünen Tomaten das schädliche Solanin enthalten, können auch reife rote Fleischtomaten gebrutzelt werden)
  • 1 bis 2 TL Salz
  • 1/4 TL schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • 125 g Mehl
  • 60 g Maismehl
  • 1 TL Paniermehl (alternativ: zerkrümelte Cracker)
  • 120 ml Milch
  • 2 Eier
  • Frittier-Öl

Zubereitung

  1. Tomaten in 1 bis 2 Zentimeter dicke Scheiben schneiden, salzen und pfeffern.
  2. Eier und Milch in einer Schüssel verquirlen.
  3. Mehl in einen Teller schütten.
  4. Maismehl, Paniermehl, Salz und Pfeffer auf einem anderen Teller vermischen.
  5. Tomaten erst im Mehl wenden, dann in die Milch-Ei-Mischung tauchen.
  6.  Zuletzt in der Paniermehlmischung wenden, so dass die Tomaten gleichmäßig mit der Panade bedeckt sind.
  7. Öl in eine große Pfanne gießen – das Öl sollte ca.1, 5 cm tief sein – und bei mittlerer Hitze erhitzen.
  8.  Immer 4-5 Tomatenscheiben auf einmal in die heiße Pfanne legen. Nicht zu viele Tomaten auf einmal frittieren, die Tomatenscheiben sollen sich nicht berühren.
  9. Wenn die Tomaten auf einer Seite braun sind, wenden und auf der anderen Seite ebenfalls frittieren. Auf Küchenkrepp abtropfen lassen und heiß servieren.
 Dazu passt ein frischer Salat oder, wer’s deftig mag, wählt dazu zerlassenen Speck.