Israelische Küche – ein Melting Pot

Israelische Küche - ein Melting Pot

„Es gibt nicht die israelische Küche“, sagt Aaron, der in Jerusalem als Guide arbeite, „denn Israel ist ein Einwanderungsland. Jeder brachte seine eigenen Gerichte und seine eigenen Gewürze mit. Unser kulinarisches Erbe heißt Vielfalt.” Wir sagen Ihnen, wo in Jerusalem Sie am besten essen können! 

 

Autor Sabine Ruhland
Titelbid ©Ноам Чен 

 

„Wir kochen in Israel so, wie es unsere Eltern getan haben oder Großeltern und die sind aus aller Herren Länder eingewandert.“ Somit ist die israelische Küche französisch und italienisch geprägt, jemenitisch, türkisch, marokkanisch, russisch und polnisch, argentinisch und ungarisch – alles gewürzt mit einer kräftigen Prise Orient.

„Grob lässt sich die israelische Küche in zwei Richtungen unterteilen“, sagt Aaron, „ die aschkenasische und die spehardisch-orientalische Küche.“  Aschkenasen sind Juden mit Abstammung aus Mittel-, Nord- und Osteuropa, u.a. aus Polen, Ungarn, Russland und lieben daher gefilten Fisch (gefüllten Karpfen), gekochtes Huhn, Borschtsch (Rote-Bete-Suppe),  Königsberger Klopse, Piroggen (gefüllte Teigtaschen) oder Tscholent, einen Eintopf mit Rind und Bohnen – übrigens das Lieblingsgericht von Albert Einstein.

Die Sepharden sind Juden, deren Familien aus Spanien, Griechenland, Frankreich, Italien kommen, aber auch aus Marokko, Libyen, der Türkei, dem Jemen oder dem Irak. Die sephardische Küche liebt es, großzügig zu würzen, mit Cumin, Zatar, Curry, Knoblauch und Ras el Hanout. Typischen Gerichte sind Schawarma (mariniertes Fleischgericht) Humus, Kebabs (Hackbällchen) oder Falafel (frittierte Bällchen aus pürierten Kichererbsen).

Israel Markt, ©Orna Wachman by pixaby

 

Mezze mit Hummus und Falaffel, Foto ©Jeff Velis by Pixaby

 

Mezze, Hummus, Schawarma – israelisches Streetfood

Das Mahl beginnen die Israelis traditionell mit Mezze, übersetzt Vorspeisen. Im Münchner „Einstein” – dem einzigen wirklich koscheren Restaurant in Bayern – zeigt uns Chefkoch Leander Lüdtke, was alles zu Mezze gereicht werden kann: israelischer Salat, Hummus, Falafel, Tabbouleh, gefüllte Teigrollen. Zum Hummus gehört Pitah, das israelische Fladenbrot. Es schmeckt besonders gut, wenn es halbiert, mit den Händen zu einer Tasche geöffnet wird, mit Hummus bestrichen und mit Schawarme und Joghurtsauce gefüllt wird. Streetfood der exzellenten Art. Guten Appetit! Oder wie es auf Hebräisch heißt: bete’awon!

Jerusalem
Restaurant-Empfehlungen von Insidern

 

Adom

Einmalige Lage auf einem ehemaligen Bahnhofsgelände, das sich derzeit zu einer hippen  Gegend mausert mit Ausstellungen, Live-Musik und Kulturzentren. Frische Zutaten und italienische Gerichte – Risotto, Gnocchi, handgemachte Pasta, dry aged beef und Meeresfische, gepaart mit einer lockeren Atmosphäre. Die Köche Moti Davis und Elran Buzaglo kreieren zudem täglich ein Tagesspecial. https://www.adom.rest/en/

Azura

Das kleine türkische Restaurant liegt in einem Hinterhof im irakischen Teil des riesigen Mahane-Yehuda-Marktes. Ein Familienbetrieb mit einer Küche aus türkisch-spanisch-mediterran-irakisch. Gekocht wird frisch und mit fantastischen Aromen. Ein Geheimtipp! https://www.facebook.com/AZURARESTURANT/

Chakra

Es gehört seit seiner Eröffnung vor 18 Jahren zu den besten Restaurants der Stadt und ist mediterran inspiriert. Foccacia, Pasta, Steaks, Burrata, Meeresfrüchte – der moderne Stil hat allerdings auch seinen Preis. http://chakrarest.com

Colony

Das Colony hat seine Heimat in einem alten britischen Eisenbahnhangar, weshalb das Restaurant schon wegen seines Ambientes über mehrere Ebenen betört.  Es gibt wohl kaum einen trendigeren Ort in Jerusalem als das Colony, ein Lounge-Bar-Restaurant, das leckere mediterrane Gerichte und beliebten Finger Food zu bieten hat. http://colony.rest.co.il

Ima

Ein koscheres Restaurant und Ima bedeutet aus Hebräisch Mutter. Uriges Lokal mit dicken Steinmauern und rustikalen Holztischen. Es ist bekannt für israelisch-orientalische Küche, der Service versteht Englisch. https://ima-rest.co.il

King David

Das Hotel King David gehört zu den legendären Hotels der Welt. Hier wird politische Geschichte geschrieben, hier reicht der Blick über die Altstadt und die alten Stadtmauern. Die Küche entspricht dem hohen Standard und gehört zu den besten Jerusalems. Unbedingt im garden restaurant reservieren mit fantastischer Terrasse. Dazu die feinen Gerichte von David Biton, die immer die Charakteristik Israels einfangen. https://www3.danhotels.com/JerusalemHotels/KingDavidJerusalemHotel

Machneyuda

Jerusalems berühmter Markt heißt Machaneh Yehuda und ist  inzwischen auch Abends zum Ausgehviertel avanciert, denn rundherum liegen kleine Gassen und fantastische Restaurants. Eines davon ist das „Machneyuda“, eine Oase aus wundervollem Chaos, Stimmung, Musik. Verschiedene Bars, große und kleine Tische, eine Empore, man sitzt neben den Köchen oder zwischen Obst- und Gemüseregalen  – so quirlig wie Jerusalem am Tage! Auf einschlägigen Plattformen das „beste Restaurant der Stadt“.  https://www.machneyuda.co.il

Mamilla Hotel – Rooftop Restaurant & Bar

Sehr modernes Hotel mit einer grandiosen Dachterrasse, auf der sich Restaurant, Lounge und Bar befinden. Es lohnt sich, nach dem Sightseeing den Blick über Jerusalem von hier oben zu genießen.  http://www.mamillahotel.com/

Racha

Noch ein echter Geheimtipp ist dieses koschere Restaurant, das von einer Familie aus Georgien geführt wird und dessen Name einem Distrikt in Georgien gewidmet ist. Entsprechend „verwurzelt“ auch die Küche: „Achachali“, ein Salat aus gerösteter Aubergine und Zwiebeln, mit Fleisch gefüllte Chebureki oder Salianka, ein Fleischeintopf mit Brot. Donnerstags Live-Musik. https://www.touristisrael.com/restaurants/racha/

The Eucalyptus Restaurant

In der Altstadt von Jerusalem und sicher einer der teureren Restaurants. Dafür hat Küchenchef Moshe Basson, der zur Slowfood-Bewegung gehört, seinen eigenen Garten mit Kräutern. Tipp: Einen Tisch draußen reservieren – unter dem 1960 gepflanzten Eukalyptusbaum. http://www.the-eucalyptus.com/

Tmol Shilshom

Liegt versteckt in einem Hinterhof, cooles Ambiente mit Steinwänden und blanken Holztischen. Die Küche gut, u.a. Rote-Bete-Gnocchi, Ceviche, tolle Desserts!
http://www.tmol-shilshom.co.il/en/home-page/

 

 

   

 

 

Schaschuka – Rezept für ca. 2-3 Portionen

 

Gericht aus Eiern, frischen Tomaten und Gewürzen. Optional mit Feta, Spinat oder Kräutern. Perfekt zum Frühstück oder Abendessen.

 

Zutaten für die Soße:

2 weiche Tomaten

1 Knoblauchzehe, geschält und zerdrückt

 

Zubereitung: die Tomaten mit einer Reibe zerreiben und die fein gehackte Knoblauchzehe unterrühren.

Zutaten für Schaschuka:

 

1 große Zwiebel, gehackt

2 weiche Tomaten
1 Knoblauchzehe, geschält, zerdrückt

1 große Paprika, in Scheiben geschnitten
5 mittelgroße Tomaten, in Würfel geschnitten
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
200 g frischer Spinat
4 Eier
1 EL Wasser
1 Prise schwarzer Pfeffer und Himalaya-Salz
1 Prise Kurkuma, gemahlen

Zubereitung:

 

In einer großen Pfanne die gehackte Zwiebel in Wasser bei mittlerer Hitze solange dünsten, bis sie gelb ist. Paprika und Knoblauchzehe dazugeben und kochen, bis die Paprika weich ist. Gewürfelte Tomaten hinzufügen und bei mittlerer Hitze köcheln lassen, bis sie weich sind. Den Spinat und die Soße aus den geriebenen Tomaten hinzufügen, salzen und pfeffern, alles umrühren und noch etwa 15 Minuten köcheln lassen. Zum Schluss die Eier hineinschlagen und ohne umzurühren noch ein wenig köcheln lassen bis sie hart geworden.

 

 

Tabouleh-Salat – für ca. 4 Portionen

 

Zutaten:

 

200 g Bulgur
4 Tassen Blattpetersilie, fein gehackt
2 Tassen Korianderblätter, fein gehackt
1 Tasse Minzeblätter, fein gehackt
5 EL Olivenöl
Saft einer ½ Zitrone
Salz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle

 

Zubereitung: Den Bulgur 30 Minuten in Wasser einweichen. Anschlie­ßend über einem Sieb abgießen und mit den Zutaten in einer Schüssel vermengen. Mit Salz und Pfeffer würzen.

 

 

Zuaten für die Joghurtsauce

 

400 g Ziegenjoghurt
1 ½ EL flüssiger Honig
1 EL Weinessig
Salz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle

 

Zubereitung: Alles sorgfältig miteinander verrühren und kalt stellen.

 

Den Bulgur 30 Minuten in Wasser einweichen. Anschlie­ßend über einem Sieb abgießen und mit den Zutaten in einer Schüssel vermengen. Mit Salz und Pfeffer würzen.