Mallorca? Nicht mit mir!

Mallorca? Nicht mit mir!

Der bewusste Umgang mit Lebensmitteln geht nicht ohne bewussten Umgang mit Tieren, sagen meine Foodhunter-Eltern. Und so habe ich seit sieben Jahren großes Glück als Familienmitglied betrachtet zu werden und nicht als “blöder Köter”. Ich habe viele Freiheiten, weil ich gut erzogen bin und so darf ich überall mit – auch mit nach Mallorca.

 

Autor Snoopy

 

Eigentlich nehme ich gerne jeden Stress auf mich, um dabei sein zu dürfen, aber nach Mallorca will ich nicht mehr. Da geh ich lieber ins Hundehotel und heule eine Runde vor Einsamkeit.

Dann spare ich mir diese überflüssige  Tollwutimpfung, die mir eine Nacht lang Krämpfe und die spezielle Entwurmungskur, durch die ich Durchfall bekommen habe. Meine Foodhunter-Eltern rümpften die Nase – ja wie, etwa meine Schuld? Dann diese Transportbox. ich pass da gerade so rein. Will aber nicht. Also krieg ich K.O.-Tropfen am Flughafen. Im Wegdämmerung höre ich noch die Worte:   „besser als auf den viel zu steilen Laufbändern im Flughafen Palma aus der Bahn geworfen zu werden”. Ist nämlich schon oft vorgekommen.

Nun gut, ich schlafe. Air Berlin erweist sich auf dem Hinflug als sehr nett, die Stewardess ließ mich (in der Box) auf dem Schoß von Frauchen sitzen. Viele Handtaschen sind schließlich größer.

(Lassen Sie mich über den Rückflug mit Air Berlin schweigen. Stundenlange Verspätungen und garstige Stewards. Wegen mir (immer noch in der Box) auf dem Schoss drohten zwei Stewards meine Eltern auf 1500 Euro zu verklagen. Dabei koste ich eh schon 120 Euro für Hin- und Rückflug. Das soll einer verstehen.)

 

Hundehotel im Urlaub

Es wird Zeit, dass Mallorca umdenkt. Es wären die deutschen Hotels und Restaurants, die den Anfang machen müssten.

 

Kaum angekommen in einem Hotel das als hundefreundlich im Netz stand, höre ich nur – keine Hunde im ganzen Hotel erlaubt. Ich sage euch, das war ein riesiges Haus, mit vielen Terrassen, mit viel Platz und mit vielen Möglichkeiten drumherum, um mit mir Gassi zu gehen. Warum so ein Hotel keine Hunde erlaubt, ist mir ein Rätsel.

– Nun gut, meine Foodhunter-Eltern können auch hartnäckig sein. Also kriege ich eine Ausnahmegenehmigung. Ich war so brav und artig, dass ich vielleicht eine Lanze für uns Vierbeiner habe brechen können. Selbst der Hoteldirektor fand mich super.

Dann endlich wechselten wir in ein Ferienhaus. Klar, dass meine Eltern “Ferienhaus mit Hund auf Mallorca” angeklickt haben. Ich fand’s super, hätte gerne in der Nachbarschaft Anschluss gefunden, aber die anderen durften ja gar nicht raus. Unter mir der kleine Sebastian, der gar nicht weiß was Gras und Erde ist, zwar eine Terrasse hat, aber eine mit Fliesen. Seine einzige Freude: wie verrückt zu bellen, wenn jemand vorbeikommt. Gegenüber Labrador Namenlos. Mehr als den staubigen Vorplatz des Hauses würde er nicht kennen, erzählt er mir. Er sieht schlecht, hat kaum noch Zähne, ein kaputtes Fell und wenn ich vorbeigehe bellt er Alarm. Dabei ist niemand da, der ihn hört. Mein Frauchen spricht immer mit ihm, am Schluss hat er sogar mit dem Schwanz gewedelt, wenn wir vorbeigelaufen sind.

Lieber ins Hundehotel als in hundefeindliche Ferienregionen

 

Auf dem Markt endlich viele vierbeinige Kollegen. Die freuen sich, mich zu treffen. Ich freue mich auch, aber die spanischen Hundeeltern wollen das nicht. Treten, schlagen, fast am Halsband aufhängen. Ein wirkliches Leid. Warum habt ihr uns dann überhaupt? hätte ich am liebsten geschrieen. Aber ich kann leider kein Spanisch.

Ins Restaurant sind wir auch kaum gegangen. Meine Eltern haben zwar immer telefoniert und nur Terrassen-Restaurants gesucht, aber –  keine Hunde. Taxis nehmen mich nicht mit, selbst im Bus darf ich nicht fahren und an den Stränden kann es teuer werden, wenn ich da einfach nur brav sitze, aber eben an der falschen Stelle.

Vielleicht lerne ich einen Streuner kenne, dachte ich mir, habe mal gelesen, es gäbe auf Mallorca ja viele. Fehlanzeige, kein einziger streunender Hund. Großflächig eingefangen, abgeschlachtet, im Bestfall noch irgendwie vermittelt  – schöne heile Touristenwelt. Ganz ehrlich, meine Insel ist das nicht. Das hab ich meinen Eltern auch schon gesagt.

Und die erkundigen sich bereits: bei der Hundepension Isarwinkel, bei Sammys nasse Schnauzen, im Hundehotel Satke und bei einigen mehr. Denn nach Mallorca brauche ich nicht mehr, das haben sie mir versprochen.

 

Hundehotel im Urlaub ©foodhunter (2)