Vorsicht beim Trüffelkauf

Vorsicht beim Trüffelkauf

Wir haben es auch schon erlebt: bei privaten Einladungen tischt die Gastgeberin freudig erregt die Königsklasse auf. Schwarze Trüffel zur hausgemachten Pasta. Keine Kosten und Mühen gescheut, um die Gäste zu verwöhnen. Dann die böse Überraschung – statt Perigord-Trüffel ein geschmackloses Etwas, Chinatrüffel. Der Verband für Trüffelanbau und Nutzung in Deutschland e.V. setzt sich dafür ein, dass Trüffelprodukte besser gekennzeichnet werden. 

 

 Autor Sabine Ruhland,
Fotos ©foodhunter

 

„Die Bezeichung „Schwarzer Trüffel“ meint in der Umgangssprache den wertvollen Perigord-Trüffel. In Deutschland ist sie aber verwirrenderweise für den China- und den Himalaya-Trüffel zulässig. Diese sind geschmacklich weniger interessant. Das drückt sich auch im Preis aus! Fragen Sie daher genau nach, welche Trüffelart Sie gerade erwerben. Wir empfehlen den Kauf beim Fachhändler, der zudem über Aufbewahrung und Zubereitung berät.“, sagt Markus Meyer vom Verband für Trüffelanbau und Nutzung in Deutschland e.V.

 

Von den Nachbarländern Frankreich und Schweiz lernen

 

Der Begriff „Schwarze Trüffel“, der in der Schweiz mit „Echtem Schwarzen Trüffel“, in Frankreich mit „truffe noire“ oder im Englischen mit „black truffle“ den wertvollen Perigord-Trüffel (Tuber melanosporum) bezeichnet, ist in Deutschland die Verkehrsbezeichnung für die geringwertigeren Trüffelarten Tuber indicum inkl. Tuber himalayense. Auch Wikipedia, eines der häufig genutzten Internetnachschlagewerke, führt auf, dass der Perigord-Trüffel auch „Schwarzer Trüffel“ genannt wird und zu den teuersten Speisepilzen der Welt gehört.

“Es kann nicht sein, dass ein Konsument, der ein Produkt mit „Schwarzen Trüffeln“ kauft, glaubt, er habe ein Produkt mit Anteilen von Trüffeln zu einem Marktwert von ca. 1.500-2.000 Euro pro Kilo (Perigord-Trüffel) erstanden und tatsächlich sind Chinatrüffel für 100 Euro pro Kilo enthalten”, sagt Markus Mayer.

 

Trüffel, Perigord Trüffel, schwarze Trüffel

Der Trüffelverband e.V. fordert die Streichung der Verkehrsbezeichnung „Schwarze Trüffel“ für Chinatrüffel und für alle Trüffel zusätzlich zur Nennung der Verkehrsbezeichnung die Angabe des wissenschaftlichen Pilznamens.

 

Der Geruch und Geschmack der schwarzen Perigord-Trüffel, der weißen Alba-Trüffel oder unserer heimischen Burgundertrüffel besteht aus über 50 Aromen. Diese Trüffelarten sind gerade wegen ihres sehr vielschichtigen Geschmacks hoch geschätzt und teuer gehandelt. Diese Geschmacksvielfalt können künstliche Trüffelaromen, die nur einige wenige Komponenten enthalten, nicht vollständig nachbilden. Hochwertige Trüffelprodukte sollen aus Sicht des Trüffelverbandes auf künstliche Aromen verzichten und Trüffel mit klarer Deklaration in Mindestmengen enthalten.

 

Trüffelanbau ist in Deutschland möglich

 

Auch in Kroatien, Ungarn und in Schweden ist  ein erfolgreicher Anbau der Burgundertrüffel (Tuber uncinatum) möglich. “Das spornt unsere Anstrengungen in Deutschland an”, sagt Markus Mayer. Der Trüffelverband e.V. verstärkt auf seiner diesjährigen Verbandstagung vom 29.-30.10.2016 in Nürtingen bei Stuttgart den Austausch mit erfahrenen Wissenschaftlern aus Frankreich, Schweden, der Schweiz und Deutschland.

 

Mehr Informationen:
Verband für Trüffelanbau und Nutzung in Deutschland e.V. 
Markus Mayer
Mooswaldstraße 7
79227 Schallstadt
www.trueffelverband.de

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Stephan Burger, größter Trüffelhändler Europas