Zwutsch und Elbler. Craft Cider erobern die Feinschmecker

Zwutsch und Elbler. Craft Cider erobern die Feinschmecker

Sie heißen Zwutsch Apfel Cider oder Elbler, gehören zu den neuen In-Getränken der Norddeutschen. Cider, auf deutsch Apfelschaumwein, lässt sich relativ einfach herstellen: vergorener Apfelsaft wird durch Fermentation in geschlossenen Behältern mit Kohlensäure angereichert. Dennoch sind die Geschmacksunterschiede gewaltig, schließlich ist Apfel ist nicht gleich Apfel. 

Autor Sabine Ruhland, Fotos ©foodhunter

 

2012 kam der erste norddeutsche Craft Cider auf den Markt: der Elbler. Ohne Zuckerzusatz, ohne Farbstoffe. Aus 100 % Bio-Direktsaft aus dem Alten Land. Wir kosten den Elbler „flut“ mit 5% vol. Milde Süße, die Farbe mit einem feinen Roséstich weshalb er gerne zu Hochzeiten serviert wird, wenn alkoholfreies Prickeln erwünscht ist. Ein geschmeidiger Cider, der erfrischend-fruchtig auf Anhieb jedem Genießer schmeckt.

 

Sönke Seebohm und sein Zwutsch Apfel Cider, der im Gourmetrestaurant N°4 auch die Saucen von Jens Rittmeyer verfeinert. Wer ihn lieber trinkt, “sollte ihn eiskalt genießen”, sagt Sönke.

 

Der Zwutsch Apfel Cider ist das herbe Pendant zum Elbler.

 

„Wir haben unzählige Apfel- und Hefesorten getestet. Insgesamt rund 36 verschiedene Kombinationen“, erzählt Sönke Seebohm, der zusammen mit Jon Kotulla Zwutsch Apfel Cider kreiert hat. Selber Apfelbauern im Alten Land kennen sie sich aus mit Elstar, Boskop, Gala, Pinta Pinova. Doch alle diese Sorten sind durchs Geschmacksraster gefallen. Nur einer konnte bei Jon und Sönke bestehen, der Wellant. Er darf bis zur Erntereife am Baum bleiben und kommt auf dem Höhepunkt seines Geschmacks sieben Monaten auf die Hefe.

Wir kosten den 2016er Jahrgang mit 7,9 % vol. – Nun, der fordert den Gaumen und ist alles andere als gefällig auf den ersten Schluck. Herb, keinerlei Apfelsaft-Assoziation, könnte auch ein besonderes Bier sein. Vielleicht begründet sich das Geheimnis des ungewöhnlichen Geschmacks darin, dass Sönke Seebohm und Jon Kotulla Unterstützung der Craft Brauerei “Von Freude” hatten. Jens Rittmeyer vom Navigare N°4 Gourmet-Restaurant gehört bereits zu den Fans dieses Ciders, veredelt eine Fischsauce mit dem Zwutsch Apfel Cider und macht sie dadurch unnachahmlich im Geschmack, denn der Charakter des spröden Cidre schmeckt durch.

 

Wie beim Jahrgangswein – nicht jeder Zwutsch Jahrgangs-Apfel-Cider schmeckt gleich

 

Zwutsch Apfel Cider ist ein Naturprodukt, aus reinrassigen Wellant Äpfeln. Da entscheidet die Natur, ob es was wird. „2016 war ein gutes Jahr, 2018 wird sicher auch fantastisch werden. Aber die Ernte von 2017 war nicht gut genug für unseren Jahrgangs Cider. Haben wir nicht gemacht.”

Zwutsch ist ein ziemlich ulkiger Name für Süddeutsche. „Bei uns in Norddeutschland bedeutet ‚auf den Zwutsch gehen’ ausgehen, feiern“, erklärt Sönke. – So lasst ihn uns feiern, den Craft Cidre aus dem Alten Land, denn ob Elbler oder Zwutsch, die allseits verwöhnten Gaumen bekommen auf jeden Fall neue Inspiration.