Camping in Zürich – Fischer’s Fritz

Camping in Zürich - Fischer's Fritz

Kaum eine Adresse polarisiert mehr. Nicht nur in unserem Bekanntenkreis, der unsere ungezügelte Freude über eine Nacht im Airstream auf dem Züricher Campingplatz Fischer’s Fritz keinesfalls teilen kann, auch alteingesessene Züricher rümpfen ab und an die Nase bezüglich Shabby-Chic und Lätzchen in der dazugehörigen Beiz Fischer’s Fritz. Andere sind begeistert. Wie wir.

 

Autorin Sabine Ruhland, Fotos ©foodhunter

 

Züricher Spitzenköche feiern im Fischer‘s Fritz die Verleihung ihrer Sterne, Manager den Börsengang ihres Unternehmens, Mädels den Frauenabend. Die Hütte am See ist für Zürich was die Sansibar für Sylt. Darauf einlassen, loslassen, fallenlassen. Dann wird‘s wunderbar. Einerlei, ob für eine  Übernachtung, einen Sundowner oder ein urig-bodenständiges Essen in der Beiz. Stets mit Blick auf den See, stets umsorgt von einem Team, dem die Freude an der Arbeit anzumerken ist und die sich begeistern für die kreativen Ideen ihres Chefs Michel Péclard.

Der visionäre Gastronom nennt inzwischen 14 Betriebe in und um Zürich sein Eigen, jeder mit individuellem Charakter. Vom Outdoor-Grill ‚Pumpstation‘ über das ‚Rooftop‘ Restaurant im 6. Stock des Modehauses Modissa bis zum ‚Mönchshof‘ Biergarten mit Bootsanleger.

„Viele Gastronomiebetriebe sind nach den Wünschen des Besitzers gestaltet – wir gestalten unsere Adressen nach den Wünschen der Gäste”, sagt Péclard. Von der Innenstadt holen sie diese manchmal ab, mit dem Boot. Ein solcher Shuttle-Service ist selbst für Züricher etwas Besonderes.

 

 

Etwas verträumt blicken wir von der Beiz auf den See. Tiefes Rosarot. Die letzten Minuten des Tages fließen, ebenso der Wein. Coco‘s Gemüsekorb kommt auf den Tisch. Erntefrische Möhren, Zucchini, Sellerie. Knackig. Dazu selbst gemachte Sardellenmayonnaise. Sei einfach zu machen, erklärt Geschäftsführer Zaki Ibram. „Mayonnaise, Sardellen, Kapern, Essiggurken und das Gurkenwasser zu einer feinen Emulsion mixen und mit Schnittlauch garnieren.” Den Tomatensalat, dessen rote Scheiben intensiven Geschmack haben, krönt ein Mozzarella di Bufala. „Den beziehen wir wie fast alle Käse von Chäs & Co, denn die haben eine besonders enge Beziehung zu ihren Lieferanten.”  Danach die berühmten Fisch-Knusperli. In Bierteig gebacken mit Fischen aus dem See, in der Früh gebracht von Fischer Adrian. Mal Egli, mal Felchen, mal Trüsche, Wels, Saibling oder Hecht. Was ihm halt ins Netz geht.

Der Abend wird noch lang, die Nacht im Airstream etwas  frostig. Aber das gehört dazu, wenn der Städter ein Abenteuer sucht.