Izakaya – probieren, was Sie nie zuvor gegessen haben

Izakaya - probieren, was Sie nie zuvor gegessen haben

Schlagartig ist pechschwarze Nacht, wenn sich die Türen hinter dem Gast schließen. Die Welt des Izakaya ist dämmrig. Die offene Küche der einzige Lichtblick. Routiniert agiert das Team, präsentiert japanische Schneidetechniken wie Katsuramuki in Perfektion während am Robota Grill die Flammen züngeln. Auf der Speisekarte ein Hinweis: es zahlt sich immer aus, zumindest ein Gericht zu probieren, das Sie noch nie zuvor gegessen haben. In der Tat. 

 

Autoren Dirk Vangerow & Sabine Ruhland,
Fotos ©foodhunter

 

Zur Einstimmung des Abends ein Cocktail namens Mrs. WU, komponiert aus Sake, Yuzu, Ingwersirup (selbst angesetzt) und Yasmin Tee. Im ersten Schluck einen Hauch zu süß und dann können wir nicht mehr davon lassen … Auch beim Wein eine Überraschung und die Empfehlung von Maître Jürgen Haberle: Chardonnay Mâcon-Cruzille 2016 der Bret Brothers. In der Nase reife Birne, Quitte und Honigmelone und leichte Vanillenoten. Am Gaumen überzeugt der Wein mit lebendiger Säure und Aromen von Zitrus, weißen Johannisbeeren und grünem Apfel. Perfekt zu den verschiedenen Komponenten der japanischen Küche.

 

Chardonnay Mâcon-Cruzille 2016 der Bret Brothers, eine echte Überraschung, ebenso wie der Cocktail Mrs. WU

 

Das Sashimi zum Auftakt offeriert exzellente Qualitäten, allen voran der Toro. Einen Hauch dünner geschnitten hätte sich die Foodhunterin den frischen Fisch gewünscht, so waren es satte Happen, zu denen frischer Wasabi gereicht wird.

 

Der Wolfsbarsch “Usuzukuri” wird serviert mit Knoblauchchips die 24 Stunden in Buttermilch eingelegt wurden (voller Geschmack ohne Reue),  Schnittlauchröllchen und Yuzu – eines jener Gerichte, die der Gast unbedingt gegessen haben sollte.

 

Auch das Goldbrassen-Sashimi mit koreanischem Salat und der leichten Schärfe ist ein kulinarisches Highlight.

 

Der knusprige Oktopus ist in der Tat knusprig, hätte allerdings ein wenig zarter sein können – vielleicht hätte der Vielarmige gerne noch länger im Wasser verweilt. Genial dazu ist der erfrischenden Salat aus 3-erlei Quinoa. Knackig, mit einem Hauch Säure.

 

Ein noch nie zuvor gegessenes Gericht ist “Schwarzer & weißer Lauch” vom Robata Grill. Die äußere Hülle pechschwarz, im inneren raffiniert gewürzter Lauch, mild eingelegt. Wieder einmal eine überzeugende Performance internationaler Spitzenköche, um eine einfache Gemüsestange kreativ in Szene zu setzen. Bild rechts: Verblüffend gut Wagyu- & Foie gras-Gyoza, außen knusprig und innen seidig-buttrig, eine fein abgestimmte Mischung aus Fleisch und Gänseleber.

 

Seezunge mit Chili-Shiso-Sauce, serviert mit Daikon-Cress-Salad und frittierten Fish bones. Die Sauce ist ein Knaller, man wäre geneigt sie zu löffeln. Die Seezunge schmilzt butterweich am Gaumen. Dazu wieder eine Gemüseüberraschung: Auf dem Robata-Grill gerösteter Kohl mit frischen Trüffeln.

 

Den krönenden Abschluss bildet  Schokoladenschnee mit in Honig gerösteten Macadamia, gesalzenem Karamell und Vanilleeis.

 

Abgedreht!

 

Das Izakaya ist aus kulinarischer Sicht eine Spitzenadresse in München und es mag unserem Alter geschuldet sein, der Musikbeschallung einen gewissen Nervfaktor zuzuschreiben. Viel zu früh und viel laut, dazu extrem hämmernd, was die Gespräche am Tisch auf ein Minimum reduziert. Allerdings hatten wir einen Tisch im Bar-Room, da wir unseren Hund Snoopy dabei hatten. Im eigentlichen Gastraum mit der offenen Küche geht es gedämpfter zu. Am Wochenende wird das Musikkonzept noch um DJ’s bereichert. Wir sind um 22 Uhr gegangen, beseelt vom hervorragenden Essen, ein wenig erschöpft von dem Sound.

 

Izakaya
Öffnungszeiten: Di-Sa ab 18 Uhr
Roomers Hotel
Landsberger Str. 68
80339 München

Die Küche des Izakaya ist für die Gäste einsehbar und verzaubert mit kulinarischen Höchstleistungen.